Gerade für Hobbyfotografen und Anfänger der professionellen Fotografie ist die Landschaftsfotografie ein wichtiger Einstieg ins Fachthema. Landschaften sind zudem vergleichsweise einfach, da man hierfür nur hinaus in die Natur gehen braucht und keine Modelle engagieren oder Stillleben inszenieren muss. Neben der Aufteilung des Bilds und dem Nutzen natürlichen Lichts lernt man mit Landschaftsfotos auch die Einstellungen seiner Kamera kennen. Damit das nicht alles durcheinander stattfindet, gibt es hier ein übersichtliches Landschaftsfotografie Tutorial für alle, die Landschaften fotografieren lernen wollen – Schritt für Schritt.
Schritt 1: Kamera (kaufen) und Kamerahandbuch studieren
Der erste Schritt besteht, falls nicht schon geschehen, aus der Anschaffung einer Kamera. Ersatzweise kann man heutzutage auch mit einem Smartphone bereits gute Fotos machen. Egal was zum Einsatz kommt, es ist wichtig, dass man sich mit den Grundlagen der Bedienung sowie nützlichen Spezialeinstellungen auskennt. Von der Retro-Kamera mit Film hin zur neusten digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) gibt es unterschiedliche Einstellungen, Rädchen, Knöpfe und Objektiv-Möglichkeiten. Um sich damit vertraut zu machen, sollte man ganz aufmerksam das Handbuch studieren. Fotografiert man vorerst mit der Smartphonekamera gibt es je nach Modell und Betriebssystem (iOS oder Android) ebenfalls Anleitungen, Handbücher und spezielle Kamera-Apps mit verschiedenen, zu studierenden Einstellungen.
Schritt 2: Fotos machen… Viele, viele Fotos machen!
Man kann sich schnell in der Theorie verlieren und findet vielleicht bei der Online-Suche auch gleich Software angeboten, mit denen man Fotos bearbeiten, verschönern, mit Filtern versehen und viele andere Sachen machen kann. Das ersetzt aber weder ein Talent zum Fotografieren noch die Erfahrung, die man nur mit stetem Üben erlangt. Deshalb gilt: so oft und so lange wie möglich hinein in die Landschaften und Fotos machen. Die Landschaftsfotografie lebt von der Erfahrung und vom Training. Verschiedene Blickwinkel, verschiedene Lichteinflüsse, unterschiedliche Filter (falls vorhanden) und so weiter können ausprobiert werden. Die Arbeit mit Licht lernt man am besten zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Schritt 3: Bilder anderer Fotografen unter die Lupe nehmen
Ja, dieser Schritt sollte erst nach eigenen Abenteuern mit Natur und Kamera passieren. Denn man sollte vorerst eigene Lösungen und Techniken zu entwickeln versuchen, bevor man lediglich die Arbeit anderer kopiert. Hat man also schon die ersten Schritte auf dem eigenen Weg zur Landschaftsfotografie absolviert, kann man sich nun umsehen und schauen, was andere Fotografen machen. Nicht nur Profis und deren Kunstfotografien, sondern auch andere Amateure und semi-professionelle Fotografen kann man studieren. Abseits von Landschaftsfotos sind auch Gemälde von Landschaften ein guter Anreiz, um einzigartige Techniken und Herangehensweisen zu entwickeln.
Schritt 4: Fachliteratur lesen und Theoriebücher wälzen
Kennt man die Einstellungen der Kamera und weiß, wie man diesen Trick und jenen Kniff realisieren kann, ist es auch Zeit für Fachliteratur. Nach den ersten eigenen Erfahrungen und dem Studium von Werken anderer stellen sich sowieso verschiedene Möglichkeiten ein: man verliert das Interesse und verfolgt die Fotografie nicht weiter; man ist mit seinem erreichten Level zufrieden und behält das Hobby bei; oder die Begeisterung hält an und man möchte in eine stete Verbesserung investieren. Für letzteres lohnt sich der Kauf von Theorie-Büchern zu Fotografie im Allgemeinen und Anleitungen zur Landschaftsfotografie im Speziellen. Auch Biografien von bekannten Fotografen helfen dabei, die Herangehensweise an die Fotografie als Kunst zu verstehen.
Schritt 5: Fotobearbeitung durch Profi-Software verbessern
Für das „perfekte Bild“ oder Fotos, die dem nahe kommen sollen, müssen verschiedene Faktoren im Moment des Auslösens zusammenkommen: Equipment, Know-How, Licht, evtl. Kamerafilter und so weiter. Auf der Suche nach der idealen Komposition aller Faktoren kann man sich schnell verlieren, weswegen es keine Schande ist, seine Fotos digital nachzubearbeiten. Von Adobe Fotoshop über Adobe Lightroom hin zu Affinity Photo und kostenloser Software wie Gimp gibt es eine große Auswahl, sowohl für PC und Mac als auch für Smartphones und Tablets mit iOS, iPadOS oder Android. Nebst Learning by Doing gibt es für die einzelnen Apps ebenfalls Anleitungen, Handbücher und Tutorials.
Schritt 6: Bessere Kamera / besseres Equipment-Zubehör kaufen
Die beiden Schritte 5 und 6 sind im Grunde austauschbar. Denn ist man mit seinen Ergebnissen der Fotografie an sich zufrieden und will lediglich ein höheres Zoom, eine Kamera-Drohne, einen stärkeren Sensor oder ein gutes Stativ, dann braucht es dafür keine Software zur Fotobearbeitung. Ergo kann man auch direkt ins Equipment investieren. Eine neue Kamera oder ein neues Objektiv, eine Drohne oder ein Stativ mit automatisch rotierendem Kameraaufsatz… Es gibt einiges, was einem in der Landschaftsfotografie weiterbringen kann. Die Überlegungen zur besseren Ausrüstung sollten allerdings organisch kommen und nicht erzwungen oder ein Resultat von Unzufriedenheit sein.
Ein Tipp für schöne Landschaftsfotos von Hobby-Fotografen
Wichtig ist, regelmäßig hinaus zu gehen und Fotos zu machen. Von schnellen Schnappschüssen mit einfachen Regeln wie der 1:2-Aufteilung bis hin zu lange geplanten und inszenierten Kunstfotos kann und sollte alles dabei sein. Abwechslung, neue Erfahrungen sowie auch neue Erkenntnisse für die eigene Landschaftsfotografie bringen zudem Reisen bzw. Fotos, die bei Ausflügen und Urlauben entstanden sind. Ergibt sich terminlich oder finanziell keine spezielle Fotoreise, so kann auch ein Business-Trip, ein Familienurlaub oder eine andere Möglichkeit genutzt werden, um die gewohnte Umgebung zu verlassen und neue Motive zu finden. Hier lohnt es ebenfalls den Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und weitere Lichtszenarien auszunutzen.
Fazit zum Landschaftsfotografie Tutorial
Die aufgezeigten sechs Schritte sowie der Zusatztipp sollten dabei helfen, zumindest einen Einstieg in die Landschaftsfotografie zu finden. Wer bereits erste Erfahrungen gemacht hat und die ersten Schritte überspringen kann, muss natürlich nicht chronologisch die angebotene Liste abarbeiten. Jedoch soll an dieser Stelle empfohlen sein, nach und nach vorzugehen. Es ist noch kein Meister vom schön fotografierten Himmel gefallen. Deshalb sind Geduld und stetes Training für eine gelungene Landschaftsfotografie essenziell. Auch und vor allem wenn sie Teil eines Studiums zum allgemeinen Fotografen für verschiedene Motive und Szenarien ist. Viel Erfolg!